Thomas Zahnd

 

Im Jahre 1965 wurde ich geboren. Zusammen mit meinen Brüdern erlebte ich im ländlichen Alchenflüh eine unbeschwerte Kindheit. In der Schreinerei unseres Vaters verbrachten wir viele Stunden und lernten so die Liebe zum Holz kennen.  Nach der obligatorischen Schulzeit trat ich eine Lehre an und liess mich zum Schreiner ausbilden. Es folgten verschiedene Weiterbildungskurse in Bern. Heute arbeite ich mit meinen beiden Brüdern im Familienbetrieb.  Im Jahre 2006 wurde mein musischer Sinn geweckt. Ich begann Porträts zu malen. Erst zur eigenen Freude, später malte ich für Freunde und Bekannte. Während Monaten arbeitete ich autodidaktisch, besuchte anschliessend aber verschiedene Abendkurse.  Im Jahre 2008 fand „es“ mich! Im Wald stiess ich auf ein sehr spezielles Holzstück, dass mich in seinen Bann zog. Für einen Schreiner ein völlig unbrauchbares Stück, voller Holzfehler, Verfärbungen und schon am Vermodern. Durch das Trocknen und Reinigen kam ein Juwel von Holz zum Vorschein, immer noch voller Holzfehler, Verfärbungen aber wunderschön. Während des Reinigens und Entfernens der losen Teile entstand vor meinem inneren Auge ein Bild der fertigen Skulptur.  Nach vielen Stunden war mein Werk fertig. Es fand überall grossen Anklang. Nun entstanden immer mehr Skulpturen, die ich in verschiedenen Ausstellungen präsentieren konnte.  Als Ausgleich zu meiner Arbeit spiele ich einmal pro Woche Badminton und freue mich bei gutem Wetter beim Inlineskaten oder Joggen. Das Malen, Didgeridoo spielen, die Meditation und Hypnose bringen mich zur Ruhe und in den schöpferischen Zustand.

 

Künstlerischer Hintergrund

 

Manchmal sieht man etwas hundertmal, tausendmal, bevor man es wirklich sieht.

Als gelernter Schreiner ist mir der Umgang mit Holz vertraut. Während der Lehrzeit und in den späteren Fachschulen lernte ich, wie das Holz aufgebaut ist, wie die Struktur verläuft, wie es wächst und wozu es verwendet wird. „Schönes, brauchbares Holz“ ist ohne Wachstumsfehler, schlicht in der Struktur und geradlinig gewachsen. Holz ist aber sehr vielseitiger und interessanter mit seinen Verfärbungen, Einwüchsen von Ästen, Steinen ev. Nägeln oder Schrauben, welche in vielen Jahren überwachsen. Äste, Teile des Baumes oder ganze Bäume sterben ab oder werden gefällt. Oft liegen sie Jahre am Boden und zersetzen sich. Manche werden vom Wasser mitgerissen, ausgewaschen und durch Steine und Geröll verkleinert und geschliffen. Durch die Sonne und das Wetter wird die Oberfläche ausgebleicht. Im Wald wird das Holz von Insekten oder Pilzen befallen und es vermodert. Oft bleiben nur kleine Teile von einem einst stattlichen Baum übrig.  ich möchte die Hölzer in ihrem Endstadium erhalten und neu in Szene setzen. Was aus einem Fundstück wird, weiss ich nie im Voraus. Erst während der Reinigung, wenn ich mit dem Holz Eins werde, entstehen Bilder und Visionen.  Ähnlich verhält es sich mit den Metallen und Steinen. Metalle korrodieren und zersetzen sich genau so. Was einmal hergestellt wurde für die „Ewigkeit“, schön verziert oder einfach nur als Gebrauchsgegenstand, früher glänzend poliert, lackiert, eingebaut in Maschinen, Heizungen, im Hausbau Verwendung fand, landet irgendwann auf dem Schrottplatz und wartet auf seine Wiederverwendung oder zerfällt.  Steine werden Jahre lang durch Geschiebe und Geröll, durch Wasser und Sonne bearbeitet und zersetzt. Auch in Steinen findet man oft unglaubliche Strukturen. Das ewige Erhalten der einzelnen Materialien oder einer Skulptur ist nicht möglich, aber ein kurzzeitiges Anhalten des Zerfalls. Die Geschichte jedes einzelnen Materials lassen mich in Gedanken versinken.

  • Was hat es alles erlebt? 
  • Wo wurde es verwendet?
  • Wie viele Menschen sind daran vorbei gegangen oder haben sich sogar darauf gesetzt?
  • Wie sah die Welt aus bei der Entstehung? 
  • Wie verläuft der weitere Zerfall?

"Schwemmholz findet man nicht - es findet einen"

 

Meine Ausstellungen

 

2017

  • Ausstellung  "Kunst in der Autogarage" in der  Ghysnau Garage AG, Lyssach BE
    mit Olivia Keller-Jordi, Rosa Gasche, Hans Schär, Juerg P. Lehmann, Fiona Klaeger, Margrith Segessenmann, Joschi 
2017

  • Ausstellung  "Opel und Kunst" in der Garage Sägesser AG,  Worb BE

2016

  • Ausstellung in der "Bernerland Bank" in Kirchberg BE
    mit Olivia Keller-Jordi

2015

  • Ausstellung "Balance" in Lyssach BE
    mit Juerg Lehmann, Olivia Keller-Jordi, Hans Schär, Bernhard Brenner 

2014

  • Ausstellung  "Schloss Kyburg-Buchegg SO"
    mit Olivia Keller-Jordi, Kirchberg 

2012

  • Ausstellung " Bernerland Bank " in Kirchberg BE
    mit Tanja Zimmermann, Buchegg 

2011

  • Ausstellung  "Lenkerhof " in Lenk BE

2010

  • Ausstellung  "Schaufenster Ämmezitig" in Burgdorf BE

2009

  • Ausstellung  "Restaurant und Eventkeller Incontro"  in Alchenflüh BE
    mit Rosa Gasche, Kriegstetten BE